Worum es bei EPL geht
Zwischen medizinischer Diagnostik, sozialmedizinischer Einschätzung und arbeitsbezogener Entscheidung entsteht häufig eine Lücke: Eine psychische Belastung ist benannt, aber ihre konkrete Bedeutung für Belastbarkeit, Teilhabe, Arbeitsanforderungen und Schutzbedarf bleibt unklar. EPL setzt genau an dieser Übersetzungsleistung an.
Wie EPL aufgebaut ist
Exploration
Strukturierte Erhebung von Belastungen, Ressourcen und Kontextfaktoren – einschließlich digitaler Einflüsse.
- leitfadengestützt
- funktionsorientiert
- frühe Hypothesenbildung
Psychologische Vertiefung
Fachgespräch und passende diagnostische Bausteine prüfen die Hypothesen gezielt.
- gezielte Prüfung statt wahlloses Testen
- Verdichtung des Funktionsprofils
- Vorbereitung des Gutachtenentwurfs
Fachärztliche Validierung
Gesamtbewertung, fachärztliche Verantwortung und arbeitsweltlich nutzbare Abschlussaussage.
- plausibel und gesichert trennen
- Bedingungen und Grenzen benennen
- Empfehlungen formulieren
Was EPL besonders macht
Funktion statt Etikett
Im Zentrum steht nicht das Diagnoseetikett, sondern die Frage nach realer Belastbarkeit, Teilhabe und arbeitsweltlicher Umsetzbarkeit.
Biopsychosozial + digital
Biologische, psychologische, soziale und digitale Faktoren werden als zusammenhängende Kontexte betrachtet – nicht isoliert und nicht moralisierend.
Struktur gegen vorschnelle Urteile
Klare Rollen, dokumentierte Übergaben und standardisierte Prüfschritte sollen vorschnelle Schlüsse begrenzen.
Praxisnahe Ergebnislogik
Am Ende steht keine lose Beschreibung, sondern eine arbeitsweltlich anschlussfähige Aussage zu Belastbarkeit, Bedingungen und Empfehlungen.
Welche Ergebnisse am Ende vorliegen
Hypothesenmatrix
Frühe Orientierung mit beobachtungsbasierten Indikatoren und Kontextprofil.
Psychologischer Gutachtenentwurf
Vertiefte Funktionsbeschreibung mit Prüfaufträgen und Verdichtung der Hypothesen.
Fachärztliches Endgutachten
Validierte Aussage zu Belastbarkeit, Bedingungen, Grenzen und Empfehlungen.
EPL – Evaluation der psychischen Leistungsfähigkeit
Arbeitsfähigkeit bei psychischer Belastung neu bewerten.
Andreas Herteux · Erich von Werner Verlag · 1. Auflage 2026
ISBN 978-3-948621-61-2
Häufige Fragen
Ist EPL ein Therapieersatz?
Nein. EPL ist ein Begutachtungs- und Entscheidungsinstrument, nicht Behandlung.
Warum wird die digitale Nutzung berücksichtigt?
Weil digitale Routinen in bestimmten Fällen Aufmerksamkeit, Tagesstruktur, Schlaf, Rückzug oder Selbststeuerung mitprägen können und damit arbeitsrelevant werden.
Ist EPL ein Kontroll- oder Sanktionsinstrument?
Nein. EPL ist als strukturiertes Schutz- und Passungsinstrument angelegt, nicht als Strafinstrument.
Was ist das eigentliche Ergebnis?
Kein bloßes Etikett, sondern ein nachvollziehbares Funktionsprofil mit Bedingungen, Grenzen, Schutzfaktoren und Empfehlungen.
Wie wird mit akuten Risiken umgegangen?
Für Sofort-Risiken wie akute Suizidalität, psychotische Symptomatik oder schwere Intoxikation sind standardisierte Eskalationspfade vorgesehen.
Download
Für die Weitergabe im Gespräch, per E-Mail oder auf einer Website eignet sich das FAQ-Sheet als PDF.
Enthalten im PDF
- Kurzbeschreibung des Verfahrens
- Drei-Phasen-Logik
- klare Abgrenzungen
- Kernaussagen für Öffentlichkeit und Fachpraxis